Die Signale verdichten sich: In vielen europäischen Märkten geraten Büroimmobilien, Projektentwicklungen und refinanzierungsnahe Bestände zunehmend unter Druck. Während offizielle Zahlen noch Stabilität suggerieren, zeigt die Praxis ein anderes Bild: Viele Kredite wirken solide, allerdings nur, bis man genauer hinschaut.
Unser neuestes Drooms-Webinar „Opportunities in Distress: Investing in NPL Portfolios“ beleuchtet diese Dynamik: Warum sich Risiken stärker in die Bilanzen verlagern, wie „Zombie Loans“ entstehen und welche Märkte bereits vor einer neuen Bereinigungsphase stehen.
Für die Diskussion kamen Expertise aus Transaktionen, Workout, Recht und Due Diligence zusammen: Antje Mertig (Steinberg Management), Jan Düdden (ASCIDA), José María Gil-Robles (DLA Piper Spain) und Alexandre Grellier (CEO Drooms). Moderiert wurde das Webinar von Jasper Radü (PB3C).
Hintergrund des Webinars ist unser aktuelles Whitepaper „The NPL Real Estate Market in 2025”, das die jüngsten EBA-Daten und Marktentwicklungen in Europa auswertet.
Zwischen Statistik und Realität
Laut Europäischer Bankenaufsicht (EBA) lag das NPL-Volumen in der EU 2024 bei rund 357 Milliarden Euro und einer Quote von 1,93 %. Doch die Experten im Webinar waren sich einig: Hinter dieser Zahl verbergen sich Entwicklungen, die die Lage in vielen Märkten deutlich angespannter erscheinen lassen.
Die wichtigsten Beobachtungen aus dem Webinar:
- Offizielle NPL-Zahlen unterschätzen das tatsächliche Risiko. Der „graue Markt“ aus Private Credit, Whole Loans und Mezzanine-Finanzierungen erscheint in keiner Statistik – ist aber inzwischen entscheidend für das Gesamtbild, insbesondere in Deutschland.
- Südeuropa ist weiter im Zyklus – Deutschland erst am Anfang. Spanien und Italien haben seit der Finanzkrise massive NPL-Bestände verkauft. In Deutschland hingegen werden viele Risiken durch Prolongationen verdeckt, statt aktiv aus den Bilanzen genommen zu werden.
- Projektentwicklungen sind am stärksten betroffen. Viele Projekte verfügen über keinen Cashflow, leiden unter gestiegenen Baukosten und lassen sich zu alten Annahmen nicht mehr wirtschaftlich darstellen.
- Büroimmobilien geraten durch ESG und Mietrisiken zusätzlich unter Druck. Ältere Gebäude mit erheblichem Capex-Bedarf verlieren rapide an Wert – vor allem, wenn Mietverträge auslaufen und die ESG-Anforderungen nicht erfüllt werden.
Was das für Investoren bedeutet
Für Investoren wird klar: Ohne präzise Bewertungen, vollständige Unterlagen und belastbare Datenbasis lassen sich Risiken, Timing und Workout-Strategien kaum realistisch einschätzen.
Wer die Marktmechanismen, Fallstricke und Chancen im Detail verstehen und die vollständige Diskussion schauen möchte, findet diese hier:





