Warum zahlen Investoren in der DACH-Region die höchsten Multiples in ganz Europa? Der aktuelle Drooms Report 2026: Executing in an Era of Market Complexities“, erstellt mit Daten von PitchBook, untersucht PE- und M&A-Trends in acht europäischen Regionen. Die DACH-Region sticht aus einem klaren Grund hervor: Sie vereint industrielle Stärke, technologische Tiefe und hochwertige Assets auf eine Weise, die in Europa ihresgleichen sucht.
Die höchsten Multiples Europas
Deutsche Akquisitionsziele erzielen die höchsten Median-M&A-EV/EBITDA-Multiples aller acht untersuchten Regionen. Aktuell liegt der Wert bei 13,5x. Dieser Premium-Effekt zeigt sich auch in Einzeltransaktionen. Die Übernahme von STADA Arzneimittel durch CapVest Partners für 7 Milliarden Euro, einer der größten europäischen PE-Exits 2026, wurde mit einem 10,4x-Multiple bewertet.
Diese Bewertungen zeigen, wie stark Käufer weiterhin um Qualität konkurrieren. Sie erhöhen aber auch die Anforderungen: Wer Premiumpreise zahlt, kann sich Informationslücken im Prüfungsprozess nicht leisten. Die Präzision der Due Diligence wird damit zur kommerziell entscheidenden Größe.
Starke Technologie- und Industriebasis
Die Breite des DACH-Innovationssystems erklärt einen Teil der Prämie. SAP ist weiterhin Europas größtes Softwareunternehmen. Aleph Alpha entwickelt Deutschlands souveränes Sprachmodell als Gegenstück zu Frankreichs Mistral AI. Helsing gehört zu den meistbeachteten Defence-AI-Unternehmen Europas. DeepL hat sich als führende KI-Übersetzungsplattform etabliert.
Gleichzeitig bleibt die DACH-Region tief in industriellem Know-how, Präzisionsfertigung und spezialisierten B2B-Märkten verwurzelt. Diese Verbindung von Technologie und industrieller Substanz macht viele Targets sowohl für strategische Käufer als auch für Private-Equity-Investoren attraktiv. Healthcare ergänzt das Bild: Assets wie STADA belegen, dass skalierbare, resiliente Plattformen auch in einem selektiveren Markt starkes Käuferinteresse auf sich ziehen.
Strukturelle Vorteile für Dealmaker
DACH gehört gemessen an Volumen und eingesetztem Kapital zu den aktivsten PE- und M&A-Märkten Europas, übertroffen nur vom Vereinigten Königreich. Ein strukturelles Merkmal unterscheidet die Region: Viele der größten deutschen Akquisitionen werden von Investoren innerhalb desselben Wirtschaftsraums getätigt. Das kann bestimmte regulatorische Risiken bei grenzüberschreitenden Transaktionen reduzieren, ein Faktor, der an Bedeutung gewinnt, da die EU ihre Anforderungen an Datenjurisdiktion und digitale Souveränität verschärft.
Im November 2025 haben Frankreich und Deutschland gemeinsam einen Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität ausgerichtet. KI, Daten und digitale öffentliche Infrastruktur wurden als Prioritäten für die technologische Unabhängigkeit Europas identifiziert. Deutsche Assets, die für diese Agenda von Bedeutung sind, werden weiterhin zu Bewertungen gehandelt, die kaum Spielraum für Fehleinschätzungen lassen.
Was das für die Praxis bedeutet
Das DACH-Premium spiegelt die Qualität der Targets in der Region wider. Es erhöht aber zugleich die Anforderungen an die Transaktionsdurchführung. Bei 13,5x-Multiples können lückenhafte Daten oder unklare Dokumentationslagen schnell teuer werden. Sichere und effiziente Transaktionsinfrastruktur ist in diesem Umfeld kein operativer Vorteil. Sie ist eine kommerzielle Notwendigkeit in einem Markt, in dem der Preis von Fehlern in Hunderten Millionen Euro gemessen wird.
Den vollständigen Drooms Report 2026: Executing in an Era of Market Complexities: European M&A and PE Trends and the Technology Imperative .





