Im Jahr 2026 ist digitale Souveränität aus den politischen Grundsatzpapieren der EU in die täglichen Entscheidungen von Datenschutzbeauftragten, CTOs und CISOs gewandert. Genau in dem Moment, in dem Ihr Unternehmen seine sensibelsten Informationen teilt – während einer Fusion oder Übernahme, Verkauf von Assets, einer Refinanzierung oder einer Kapitalerhöhung – sollten Sie sich eine einfache Frage stellen: Unterliegen die Plattform, auf der Ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden, und das dahinterstehende Unternehmen vollständig und ausschließlich der europäischen Gerichtsbarkeit?
In diesem Artikel wird erläutert, was digitale Souveränität wirklich bedeutet, warum sie für Transaktionen wichtig ist und wie Sie diesen Aspekt bei der Auswahl Ihrer nächsten Transaktionsplattform berücksichtigen können.
1. Was ist digitale Souveränität?
Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit von Einzelpersonen, Unternehmen und Staaten, in der digitalen Welt zu handeln, sich weiterzuentwickeln und unabhängige, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, ohne von ausländischen Anbietern abhängig zu sein. Die meisten Definitionen von digitaler Souveränität sind relativ abstrakt – für Dealmaker und Sicherheitsverantwortliche lässt sich das Thema jedoch auf drei zentrale Fragen herunterbrechen.
- Datenhoheit – Wer kann auf Ihre Daten zugreifen, auf Basis welcher Rechtsordnung und wo werden sie gespeichert und verarbeitet?
- Infrastrukturhoheit – Wem gehört die zugrunde liegende Infrastruktur (Rechenzentren, Cloud Stacks), wer betreibt sie und welche Gerichtsbarkeit kann diesen Betreiber zu Maßnahmen verpflichten? • Technologieh
- Technologiehoheit – Wer entwickelt und kontrolliert die Software und KI, die Ihre Daten verarbeitet, und kommen externe Dienste oder Modelle zum Einsatz, die Sie nicht vollständig einsehen oder steuern können?
Entscheidend ist, dass diese Fragen immer sowohl für die Technologie als auch für die juristische Person gelten, die sie betreibt: Eine Plattform kann sich in einem EU-Rechenzentrum befinden und dennoch von einem nicht-europäischen Unternehmen kontrolliert werden, das ausländischem Recht unterliegt.
Digitale Souveränität im Jahr 2026 bedeutet, diese Fragen überzeugend beantworten zu können – nicht nur für Ihre zentrale IT-Landschaft, sondern auch für Speziallösungen wie die Plattformen, die Sie für Due Diligence, Q&A, Dokumentenprüfung und Deal Collaboration einsetzen. Dies ist nicht nur eine theoretische Unterscheidung. Ein aktueller Fall in Frankreich zeigt, was passiert, wenn Herkunft und Gerichtsbarkeit einer Plattform mit den Erwartungen an Souveränität kollidieren.
Eine aktuelle Erinnerung aus dem französischen Senat
Die Spannungen rund um digitale Souveränität sind alles andere als theoretisch. Im Juni 2025 räumte der Leiter der Rechts- und Öffentlichkeitsarbeit von Microsoft France während einer Anhörung des Untersuchungsausschusses des französischen Senats zum öffentlichen Beschaffungswesen ein, dass das Unternehmen nicht garantieren könne, dass in Frankreich gespeicherte Daten vor gerichtlichen Anfragen aus den USA geschützt seien. Auf die Frage, ob Microsoft letztlich in Frankreich gehostete Daten herausgeben würde, wenn ein US-Richter dies anordne, bestätigte er, dass das Unternehmen einer solchen Anordnung nachkommen würde, sobald alle internen Prüfmechanismen ausgeschöpft seien.
Dieses Eingeständnis unterstreicht, dass der US CLOUD Act an den Anbieter und nicht an den Serverstandort anknüpft – und erklärt, warum die Nutzung von US-kontrollierten Cloud-Stacks für sensible Workloads wie Gesundheitsdatenplattformen oder „Trusted Cloud“-Initiativen in Frankreich hoch umstritten ist. Für private M&A-, Immobilien- und Finanzierungsdeals gilt dieselbe Logik: Wenn die Plattform nicht dem EU-Recht unterliegt, bietet „EU-Hosting“ allein keine echte digitale Souveränität.
2. Warum ist digitale Souveränität im Jahr 2026 eine Priorität?
Vorfälle wie dieser sind ein Grund dafür, dass digitale Souveränität für europäische Politikverantwortliche und CIOs gleichermaßen ganz oben auf der Agenda für 2026 steht. Die Kontrolle über Daten, Rechenleistung und Cloud-Infrastruktur gilt als zentral für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, demokratische Resilienz und geopolitische Handlungsfähigkeit. Die EU und Branchenverbände heben dabei zwei strukturelle Probleme hervor:
- Eine Handvoll außereuropäischer Hyperscaler kontrolliert nach wie vor den Großteil des EU-Cloud Marktes (nach einigen Schätzungen rund zwei Drittel).
- Kritische Workloads – einschließlich öffentlicher Sektor, Finanzdienstleistungen und strategischer Industrien – laufen häufig auf Plattformen, die ausländischem Recht unterliegen.
Als Reaktion darauf beobachten wir:
- Beschleunigte Investitionen in „Sovereign Cloud“-Initiativen, wobei die Ausgaben für europäische souveräne Cloud-Angebote in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich steigen werden.
- Große US-Anbieter, die EU-Sovereign-Cloud-Modelle ankündigen, die von EU-Gesellschaften mit strengeren Kontrollen betrieben werden.
- Leitlinien, die CIOs und CISOs dazu anhalten, Souveränität als Bestandteil von digitaler Resilienz und Cloud-Strategie zu behandeln – und nicht nur als Nischenthema der Compliance.
Für transaktions- und/oder vertraulichkeitsintensive Branchen – M&A, Immobilien, Private Equity, Banken, Energie und selbst Bereiche wie Verteidigung – wirkt sich diese Entwicklung genau dort aus, wo Sie Ihre wertvollsten Informationen speichern und teilen: in Ihrem Datenraum.
3. Der rechtliche Hintergrund: CLOUD Act, DSGVO und Schrems II
Ein wesentlicher Grund für die Dringlichkeit des Themas Souveränität ist der Konflikt zwischen europäischen Datenschutzvorgaben und extraterritorial wirkenden ausländischen Gesetzen.
- Der US CLOUD Act ermöglicht es US-Behörden, Anbieter unter US-Gerichtsbarkeit zu verpflichten, Daten herauszugeben, die sich in ihrem „Besitz, Gewahrsam oder unter ihrer Kontrolle“ befinden – unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind.
- Die DSGVO (insbesondere Artikel 48) und das EuGH-Urteil Schrems II definieren strenge Bedingungen für Zugriffe aus Drittstaaten auf personenbezogene Daten aus der EU und betonen die Bedenken hinsichtlich unverhältnismäßiger US-Überwachungsbefugnisse.
In der Praxis bedeutet dies:
- Die Nutzung eines Cloud- oder SaaS-Anbieters mit Hauptsitz in den USA und unter US-Kontrolle kann zu einem strukturellen Spannungsverhältnis führen: Der Anbieter kann verpflichtet sein, US Anordnungen nachzukommen – selbst wenn die Daten in Rechenzentren innerhalb der EU liegen.
- „EU-gehostet“ reicht nicht mehr aus, wenn der Anbieter selbst nicht europäisch ist oder Daten über außereuropäische Subunternehmer verarbeitet.
Bei hochriskanten Deals mit vertraulichen Dokumenten und Investoreninformationen ist dies mehr als nur eine theoretische Sorge. Es betrifft unmittelbar die Plattformen, die Sie für Due Diligence, Q&A und die Archivierung nach Closing einsetzen.
4. Warum dies speziell für Ihren nächsten Deal wichtig ist
Während einer Transaktion laden Sie nicht einfach nur PDF-Dateien hoch – Sie legen die vertraulichsten Informationen Ihres eigenen Unternehmens oder Ihrer Mandanten auf einer Plattform eines Drittanbieters offen.
Typische Workflows sehen wie folgt aus:
- Sie bündeln alle Due-Diligence-Unterlagen in einem Datenraum auf einer Transaktionsplattform – Finanzkennzahlen, Verträge, regulatorische und technische Berichte.
- Käufer, Kreditgeber, Rechtsberater und sonstige Berater greifen auf diese Plattform zu, arbeiten dort zusammen, stellen Fragen und hinterlassen Anmerkungen.
- Sie nutzen integrierte Chat- und Kollaborationsfunktionen, um Rückfragen zu klären und Informationen kontextbezogen zu teilen.
- Zum Closing archivieren Sie den „eingefrorenen“ Zustand des Datenraums für rechtliche und regulatorische Zwecke – digital oder über physische Datenträger wie einen USB-Stick.
In jeder dieser Phasen stellen sich Souveränitätsfragen:
- Ist Ihr Plattformanbieter in Europa ansässig und unterliegt er europäischer Kontrolle – oder ist er extraterritorialen Gesetzen wie dem CLOUD Act ausgesetzt, selbst wenn er mit EU-Servern wirbt?
- Sind Ihre dealbezogenen Kommunikationskanäle in Ihre Datenraumplattform integriert oder nutzen Sie Tools, die nicht europäischer Jurisdiktion unterliegen und damit zusätzliche grenzüberschreitende Risiken erzeugen?
- Läuft die eingesetzte KI für Suche, Übersetzung oder Dokumentenanalyse auf externen Services oder Hyperscaler-Diensten, die Sie nicht vollständig auditieren können?
Wenn die ehrliche Antwort „Wir wissen es nicht“ oder „Ja, sie sind US-basiert“ lautet, wird Ihre nächste Transaktion voraussichtlich über Tools abgewickelt, die nicht mit der Digital-Souveränitätsstrategie der EU im Einklang stehen. Drooms ist eine europäische Plattform, die vollständig inhouse entwickelt wird – und damit die naheliegende Wahl für Dealmaker, die Wert auf digitale Souveränität legen.
5. Warum die Herkunft der Plattform jetzt wichtiger ist als der Serverstandort
Viele Jahre lautete die Standardfrage in der Due Diligence: „Befinden sich unsere Server in der EU?“ Im Jahr 2026 ist diese Frage zwar weiterhin relevant, aber nicht mehr ausschlaggebend. Wichtiger ist die Frage: „Unter welcher Rechtsordnung arbeitet unsere Plattform tatsächlich?“
Aktuelle Leitlinien und Analysen zum Thema „Sovereign Cloud“ betonen zwei grundlegende Betriebsmodelle:
- Ein vollständiges EU-Isolationsmodell, bei dem der Anbieter vollständig in EU-Besitz ist, von der EU betrieben wird und ausschließlich EU-Recht (oder gleichwertigem Recht) unterliegt. Drooms ist ein prominentes Beispiel für ein solches vollständiges EU-Isolationsmodell.
- Ein Guardrail-Souveränitätsmodell, bei dem Nicht-EU-Cloud-Anbieter EU-spezifische Regionen mit zusätzlichen Kontrollen anbieten, aber weiterhin hinter einer Nicht-EU-Muttergesellschaft stehen.
Beide Modelle können in Ihrer übergeordneten Cloud-Strategie eine Rolle spielen. Für hochsensible Workloads wie Transaktionsplattformen und Datenräume bietet eine vollständige EU-Isolation jedoch drei entscheidende Vorteile:
- Keine primäre Exponierung gegenüber ausländischen Überwachungs- oder Offenlegungsgesetzen.
- Vereinfachte rechtliche Bewertung für Datenschutzbeauftragte und Rechtsberater: ein klares primäres Rechtsregime statt überlappender Jurisdiktionen.
- Klarere Signale an Aufsichtsbehörden, Investoren und Gegenparteien hinsichtlich Ihres Risikoprofils und Governance-Ansatzes.
Der Standort des Servers bleibt wichtig, doch bei Souveränität im Jahr 2026 geht es im Kern um die Herkunft der Plattform, die Eigentümerstruktur und die Kontrolle über den Technologie-Stack – nicht nur um die Postleitzahl des Rechenzentrums.
6. Praktische Schritte: digitale Souveränität als Teil Ihres Deal-Playbooks
Wenn Sie in den nächsten 12 bis 18 Monaten eine Transaktion planen, sollten Sie digitale Souveränität bewusst in Ihren Prozess integrieren.
6.1 Nehmen Sie Souveränität in Ausschreibung und Checkliste auf
Ergänzen Sie Ihre RfPs und Auswahlkriterien für jeden Datenraum oder jede Transaktionsplattform um explizite Fragen:
- Wo hat Ihr Unternehmen seinen Hauptsitz und welchen Jurisdiktionen unterliegt es?
- Befinden Sie sich im Eigentum oder unter der Kontrolle eines Nicht-EU-Unternehmens?
- Wo befinden sich Ihre primären und Backup-Rechenzentren? Wem gehören sie und wer betreibt sie?
- Setzen Sie nicht-europäische Subdienstleister oder Unterauftragsverarbeiter ein?
- Wie wird Ihre KI trainiert und wird die zugrunde liegende KI-Technologie intern entwickelt?
- Wie gehen Sie mit Anfragen von Behörden oder Strafverfolgungsstellen außerhalb der EU um?
6.2 Behandeln Sie KI als Teil Ihrer Souveränitätsarchitektur
Wenn Sie beginnen, KI für Due-Diligence-Prozesse einzusetzen – sei es über einen in Ihre Plattform integrierten AI Assistant oder über externe Tools –, sollten Sie sie als integralen Bestandteil Ihrer Souveränitätsarchitektur betrachten und nicht als nachgelagertes Add-on. Zentrale Fragen sind dabei:
- Wo läuft die KI tatsächlich (welche Cloud, welche Region)?
- Werden Ihre Daten an externe Modelle übermittelt oder für deren Training verwendet?
- Können Sie gegenüber Aufsichtsbehörden oder Gegenparteien nachweisen, dass Ihre KI-gestützte Due Diligence weiterhin den EU-Standards für Datenschutz und Souveränität entspricht?
Im Jahr 2026 erkennen viele Organisationen, dass „KI überall“ nicht mit „Kontrolle nirgendwo“ vereinbar ist. Das zukunftsfähige Modell ist eine KI, die intern entwickelt wird und innerhalb einer souveränen, klar regulierten Plattform wie Drooms betrieben wird.
7. Ausblick: 2026 als Wendepunkt
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass 2026 zu einem entscheidenden Jahr für Europas Ambitionen in Sachen technologische Souveränität wird – insbesondere in den Bereichen Cloud und KI. Neue EU Initiativen wie ein mögliches Cloud- und KI-Entwicklungsgesetz, strengere Vorgaben im Beschaffungswesen sowie sektorspezifische Regulierungen (DORA, NIS2, KI-Verordnung) werden Unternehmen dazu veranlassen, ihre digitalen Abhängigkeiten deutlich genauer zu analysieren.
Für transaktionsintensive Branchen ist dies eher eine Chance als eine reine Compliance-Belastung:
- Sie können Ihre Transaktionen auf einer souveränen Plattform effizienter aufsetzen und steuern.
- Sie können Rechtsunsicherheit und Reputationsrisiken im Zusammenhang mit extraterritorialen Zugriffsrechten reduzieren.
- Sie können Investoren, Kreditgebern und Gegenparteien eine stärkere Vertrauens- und Governance-Story vermitteln.
Wenn Sie Ihre nächste Transaktion ernsthaft vor dem Zugriff ausländischer Gerichtsbarkeiten schützen wollen, führt an einer europäischen Plattform wie Drooms kein Weg vorbei.





