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Risikomanagement im Asset Management: Trends und Entwicklungen

21. Januar 2019 | Drooms Global

Die Weltwirtschaft befindet sich in einem permanenten Wandel. Megatrends ändern die Art und Weise, wie wir Geschäfte abschließen. Sämtliche Branchen sind von regulatorischen, steuerlichen und politischen Ungewissheiten betroffen. Sie verändern unsere gewohnte Welt und führen zu beispiellosen Herausforderungen.


Die aktuelle konjunkturelle Instabilität verlangt einerseits, dass kurzfristig Vorbereitungen getroffen werden. Andererseits unterliegen Vermögensverwalter der unaufhörlichen Prüfung durch Investoren und Aufsichtsbehörden. Deshalb steht das Risikomanagement im Hinblick auf künftige Verfahrensweisen an vorderster Stelle.

Die Finanzkrise von 2008, die die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzte, dient als Erinnerung an volkswirtschaftliche Umwälzungen, die sich nicht wiederholen sollten. Obwohl der Zusammenbruch großer Finanzdienstleister und -institutionen verhindert wurde, brachen die weltweiten Börsenplätze dennoch ein. Elf Jahre danach und als sich die Weltwirtschaft von der oben erwähnten Krise erholt, stellt der PwC-Bericht eine Änderung fest und beleuchtet, wie sich die Einstellung gegenüber Risiko und Vermögensverwaltung entwickeln.

Der primäre Fokus der Finanzbranche lag nicht immer auf dem Risikomanagement. Nun ändert sich aber die Situation. Der PwC-Bericht über die Zukunft der Vermögensverwaltung untersucht, wie regulatorischer, steuerlicher und politischer Druck sich auf den Sektor Vermögensverwaltung auswirken, wobei „Risikomanagement, Transparenz und Nachhaltigkeit an vorderster Stelle stehen“.

Mit einem sich zunehmend im Wandel befindlichen Risikomanagement, stellten Risikomanager fest, dass traditionelle Modelle zur Berechnung und Bewertung des Risikos nicht mehr ausreichen. Einer der derzeitigen Makrotrends der Branche ist die Festlegung neuer Rahmenbedingungen und Modelle. Damit wird gewährleistet, dass Verfahrensweisen mit der volatilen und agilen Landschaft der Vermögensverwaltung Schritt halten.

Die momentanen Modelle des Risikomanagements müssen Antworten und Lösungen für diverse Probleme liefern. Hierzu gehören:

  • Erhöhte Fragmentierung
  • Komplexe regulatorische Rahmenbedingungen
  • Sich ändernde Kundenerwartungen

Risikomanager verlassen sich vermehrt auf Big Data und erweiterte Analysen. Die Folgen für den Sektor können sowohl positiv als auch negativ sein. Dadurch wird die Tür zu einer umfangreicheren Bewertung geöffnet, die in Echtzeit erfolgt. Die Überwachung kann die Risikoanpassung beschleunigen, da es einfacher sein wird, die verwendeten Modelle anzupassen.

Der Nachteil ist jedoch, dass Big Data die Komplexität erhöht und die Ressourcen belastet. Deshalb sind ein besseres Verständnis und der richtige Einsatz der Analysetools erforderlich.

Im Brennpunkt: regulatorisches Risiko

Das Risikomanagement ist aktuell auf das regulatorische Risiko ausgerichtet. Seit der EY-Umfrage über Risikomanagement aus dem Jahr 2013 bildet das regulatorische Risiko das Herzstück, wie man sich mit dem Risikomanagement auseinandersetzt.

Betrachtet man den regulatorischen Markt, so ist anzumerken, dass er auf nationaler und internationaler Ebene viele Veränderungen durchlaufen hat. Die EU wirft einen genaueren Blick auf den Finanzsektor, und es gibt viele Entwicklungen in der Pipeline, die Vermögensverwalter im Auge behalten sollten.

Darüber hinaus ist selbst die Lockerung der regulatorischen Rahmenbedingungen, die in Ländern wie den USA in Sichtweite sein könnten, ein Thema, das Vermögensverwalter berücksichtigen müssen.

Mehr Umsetzbarkeit

Vermögensverwalter konzentrieren sich zunehmend auf das Risikomanagement und ergreifen Risikomaßnahmen und Risikoberichtsstrategien. Aber über die Umsetzung dieser grundlegenden Maßnahmen hinaus besteht der Wunsch, das Risikomanagement handlungsfähiger zu machen.

Ein Artikel über das Risikomanagement in der Vermögensverwaltung der Boston Consulting Group fordert umfassende Rahmenbedingungen. Er wies auf die derzeit geleistete Arbeit hin, einschließlich der Arbeit der Global Association of Risk Professionals (GARP) zur „Festlegung einer gemeinsamen Sprache und einer Reihe von Grundsätzen, die einen Entwicklungspfad für Unternehmen darstellt“.

Vermögensverwalter setzen die folgenden Tools ein:

  • Definition der Prozesse und Kontrollen des Risikomanagements
  • Feststellung guter Strategien der Unternehmensführung
  • Bestellung von Managementgremien

Des Weiteren versteht die Branche die Rolle, die die Technologie im Risikomanagement und der Vermögensverwaltung spielt. Technologie kann das Risiko erhöhen, verfügt aber gleichzeitig über die Fähigkeit zu helfen. Analyse- und Berichtsplattformen können sich maßgeblich auf die Branche auswirken.

Dem Aufruf nach verbesserter Transparenz folgen

Die Branche der Vermögensverwaltung ist im Begriff sich zu ändern und eine treibende Kraft sind die veränderten Bedürfnisse der Verbraucher. Da Verbraucher wissen wollen, wie und aus welchem Grund Vermögensverwalter handeln, ist die Notwendigkeit der Transparenz stark gewachsen. Dies ist im Zusammenhang mit der Forderung nach nachhaltigen Anlagechancen zu sehen.

Risikomanager müssen einen Mittelweg zwischen erhöhter Transparenz und Schutz vor Informationslecks finden. Die Berichtserfordernisse müssen ausgereifter sein, weshalb künftig von Vermögensverwaltern verlangt wird, sich vermehrt auf operative Effizienz zu konzentrieren.

Umdenken bei der Handhabung des Risikomanagements

Beim Risikomanagement geht es nicht nur um die erneute Überprüfung der Modelle. Der Schwerpunkt liegt zunehmend auf dem grundlegenden operativen Format. Viele erwägen deshalb das Outsourcing aufgrund der wachsenden Komplexität des Risikomanagements.

Die Entscheidung „es selbst zu machen bzw. zu kaufen“ wird nicht nur durch Expertise beeinflusst, sondern auch durch Ressourcen. Fonds müssen aktuell ihre Gebührenstrukturen neu definieren. So der Artikel von Forbes „Kunden sind kostenbewusster, anspruchsvoller in Bezug auf Anlagestrategien und bereit, einen strengeren Vergleich von Produkten und Dienstleistungen vorzunehmen“.

Das Risikomanagement wird immer wichtiger, aber auch teurer, d.h. Risikomanager sind gezwungen, einen Mittelweg in der sich wandelnden Landschaft zu finden.