Drooms
Menü

M&A-Transaktionen – ein Sektor, der auf strategische Innovation setzt

21. Februar 2017 | Drooms Germany

Trotz des Hintergrunds weltweiter politischer Instabilität und zunehmender Konjunkturschwankungen bleibt der M&A-Sektor dank fortschrittlicher, in technologischer Innovation verankerter Strategien weiterhin positiv. Für Fachleute von morgen hingegen wird das Spektrum der erforderlichen Fachkompetenzen immer umfangreicher. Technologie wird die Arbeitsweise radikal verändern.


Trotz unsicherer politischer Lage herrscht ein positives Gefühl

Das Jahresende dient oft als Gelegenheit, Bilanz über die Aktivitäten der Vergangenheit zu ziehen, wogegen der Jahresanfang stets als Zeit der Prognosen gilt. Wie andere Finanzbereiche reflektiert auch der M&A-Sektor die allgemeine Unsicherheit angesichts des weltweiten politischen und wirtschaftlichen Umfelds. Laut Mergermarket verzeichnete der M&A-Sektor in Europa einen allgemeinen Rückgang von 10,3 % gegenüber 2015. Im Hinblick jedoch auf eingehendes Kapital war 2016 ein gutes Jahr, mit einem Transaktionsvolumen von 410,7 Mrd. und insgesamt 1280 Deals, was 35,6 % mehr als in 2015 entspricht (Quelle: Mergermarket). Finanzfachleute scheinen auch bezüglich der für 2017 erwarteten Volumen recht optimistisch, vor allem im Hinblick auf ihre Innovationsfähigkeit angesichts der zunehmenden Herausforderungen in diesem Sektor.

Die Prognose für 2017 scheint somit erheblich von Sorgen in Zusammenhang mit der politischen Stabilität geprägt, umso mehr, als sich mittel- und langfristige Vorhersagen durch die Wahl von Trump und den Triumph der Populisten als besonders schwierig erweisen. Um die Risiken möglichst gering zu halten und zu einem Gefühl wirtschaftlicher Stabilität beizutragen, passt sich der Finanzmarkt mit hoher Geschwindigkeit an, indem er neue Strategien entwickelt. Immer mehr Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, Werte zu schaffen, wie Übernahmen und Kooperationen. Immerhin sehen 76 % der Marktakteure laut einer Studie von Ernst & Young die Weltwirtschaft trotz des zunehmenden verordnungsrechtlichen Drucks als stabil oder sogar als ansteigend.

Auf Portfolio-Optimierung und Werten basierende Strategien

Strategische Übernahmen, die laut BCG 25 % der Gesamttransaktionen ausmachen, bilden zwar nicht den Löwenanteil der Investitionen, nehmen jedoch bei Unternehmen, die ihr Portfolio anpassen und optimieren wollen, immer weiter zu. In diesem Umfeld sind die Zeiten, in der eine Gruppe sich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren konnte, definitiv vorbei. 2017 werden Finanzprofis aktiv nach potenziellen Investitionszielen, auch in neuen Sektoren, suchen. Die Parole lautet „Werte schaffen“, ungeachtet davon, ob es sich um einen bekannten Sektor handelt oder nicht. Dem Beispiel von Google folgend, die mit ihrem fahrerlosen Auto in Automobiltechnologie investiert haben, werden zahlreiche Konzerne fortan mehr Interesse an Sektoren zeigen, die nicht direkt mit dem eigenen Sektor verbunden sind, um sich diversifizierte Portfolios anzulegen.

Ebenfalls laut E&Y werden Fusionen in zunehmendem Maße von strategischen Entscheidungen motiviert sein. So kann die Entscheidung zum Erwerb eines neuen Unternehmens von dem Wunsch getrieben sein, Know-how zu erwerben (selbst das der Mitarbeiter eines Unternehmens!) – eine Maßnahme, die einen Wettbewerbsvorteil bieten kann, selbst wenn der Preis dafür die Fusion mit einem Konkurrenzunternehmen ist. So gilt bei 20 % der Neuübernahmen der Erwerb neuer Technologien als Hauptgrund für die Übernahme.

Einer der größten Deals 2016, die Übernahme von LinkedIn Corp. durch Microsoft Corp. (USD 26,2 Mio.), ist ein glänzendes Beispiel für Konsolidierung im Technologiesektor. Neben den Riesen wird der Markt jedoch im selben Maße auch von kleinen oder mittleren Transaktionen geprägt, bei denen es vorrangig um Flexibilität geht. Auf jeden Fall dreht sich alles um die „digitale Revolution“, die selbst Unternehmen, die bislang nicht in Technologie investiert haben, dazu veranlasst, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Durch Big Data können Investoren gezieltere Entscheidungen treffen

Angesichts des sich schnell ändernden Marktes und der Notwendigkeit, zügig zu reagieren, können die Fachleute des Sektors fortan auf den analytischen Beitrag der Big-Data-Technologie zählen. Wenn es darum geht, neue Länder oder Sektoren ins Visier zu nehmen, mangelt es oft an Know-how. Ohne robuste Analyse-Tools wären diese Transaktionen daher gänzlich unmöglich.

Grundsätzlich findet zunächst eine gezielte Auswahl der Zielunternehmen eines Deals statt, um potenzielle Synergien hervorzuheben. Anschließend wird das Zielunternehmen eingehenden Analysen sowie rigorosen und effizienten Due-Diligence-Prozessen unterzogen. Das Ganze wird durch neue Technologien ermöglicht, die alle relevanten Daten in Zusammenhang mit den Investitionsbewegungen eines Unternehmens zusammentragen. Heute stehen genügend Tools zur Verfügung, um auch häufig noch unbekannte Aspekte ans Licht zu bringen. Die Nutzung dieser Tools wird letztlich zu höheren Geschäftsabschlüssen führen Damit ist die Analyse jedoch noch nicht zu Ende, denn nach dem Übernahmeabschluss werden Bewertungen der Post-Closing-Phase erstellt. So wird versucht, den Erfolg einer Transaktion mithilfe künstlicher Intelligenz langfristig zu maximieren.

Die Herausforderung für neue Generationen von Fachleuten wird darin bestehen, ein profundes Verständnis der globalen Finanzflüsse mit Kompetenzen im Bereich intelligenter Technologien zu kombinieren. Durch Automatisierung können die Auswirkungen besonders repetitiver Aufgaben wie die Erfassung statistischer Daten neutralisiert werden, so dass Fachleute sich wichtigeren Analysen widmen können.

Märkte, die man 2017 im Auge behalten sollte?

Welche Branchen werden also 2017 am aktivsten sein? Der erste M&A-Bericht 2017 von KPMG liefert ein paar Zahlen.

Der Technologiesektor beherrscht mit 45 % die Investitionslandschaft – diese Zahl erklärt sich durch die bereits erwähnte Tatsache, dass der Ankauf neuer Technologien für quasi alle Branchen zum Ziel geworden ist.

Der Sektor erneuerbarer Energien liegt mit 31 % an zweiter Stelle, gefolgt von Erdöl und -gas mit 28 %. An letzter Stelle (22 %) liegt die Pharmaindustrie.

Im Hinblick auf die Länderverteilung sind die USA weiterhin das bevorzugte Ziel für grenzüberschreitende Investitionen (79 %),  trotz der Atmosphäre des Abwartens und der Unsicherheit, die nach den Präsidentschaftswahlen vorherrscht. Westeuropa zieht 38 % der internationalen Investitionen an.

China bietet auch in diesem Jahr wieder die größten Wachstumschancen für Investoren aus dem Westen, die sich jedoch angesichts dieses höchst komplexen Marktes eher verhalten zeigen. Deshalb ist der Erwerb sprachlicher und kultureller Kompetenzen im geografischen Zielgebiet ausschlaggebend für die Ausbildung zukünftiger Investoren - dies ist etwas, was Maschinen noch nicht gelernt haben!