LegalTech: Wie Sie im Zeitalter der Automatisierung bestehen können

14. Mai 2018 | Drooms Global

Die Nachfrage nach juristischen Dienstleistungen ist im letzten Jahrzehnt konstant geblieben. Gleichzeitig nehmen der technologische Fortschritt und die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) bereits Einfluss auf die Effizienz im Rechtssektor.


Frank Levy, ein Arbeitsmarktökonom am MIT und Mitautor von Can Robots Be Lawyers, hat nahegelegt, dass aktuelle Technologie derzeit jedes Jahr rund 2 % der Gesamtarbeitslast eines Anwalts übernimmt. Kanzleien experimentieren und innovieren ihre Software, und somit knabbert Technologie an bestimmten Aufgaben.

Robotik kann heutzutage Ihre Strafzettelprobleme lösen, und mithilfe von Websites wie wevorce können Sie Ihre Scheidung gänzlich ohne Anwalt abwickeln. Unternehmen verfügen über Lex Machina oder Ähnliches, um Daten für Gerichtsverfahren zu analysieren und zu sortieren, und verwenden Apperio für die Vorgangsverwaltung.

KI ist allgegenwärtig, und für das Überleben der Branche ist es von größter Wichtigkeit, sich auf die damit verbundenen Veränderungen vorzubereiten.

Von zeitaufwändigen Aufgaben zu sofortigen Ergebnissen

Automatisierung ist die offensichtlichste Art und Weise, in der KI die Rechtsbranche erobert. Einst verbrachten Anwälte Stunden damit, Prozessdokumente durchzugehen, Unterlagen zu prüfen und anzulegen, und im Zuge der Due Diligence Red-Flag-Berichte zu erstellen.

Die Automatisierung der Rechtsbranche jedoch bedeutet, dass diese Aufgaben nun von KI-Software ausgeführt werden können. Plattformen wie LawGeex nutzen Big Data und automatisiertes Lernen, um Verträge zu vergleichen und zu analysieren und um Problembereiche hervorzuheben, die von Anwälten bearbeitet werden müssen.

Zwar waren die Softwarelösungen ursprünglich nur als Hilfsmittel zum Analysieren und Vergleichen von Texten gedacht, der hohe Entwicklungsgrad von KI bedeutet jedoch, das viele Programme jetzt aus vergangenen Fehlern lernen, sich auf den Ton des Texts konzentrieren und auch den Kontext einbeziehen können.

Die internationale Anwaltskanzlei Reed Smith hat vor kurzem die Arbeit von Anwälten und Software verglichen und festgestellt, das KI bei Qualität und Effizienz mit menschlichen Leistungen mithält oder diese sogar übertrifft. Laut Chief Knowledge Officer Lucy Dillon hatte die RAVN-Plattform „ein hohes Maß an Genauigkeit und hat sich als großartiges Tool erwiesen”.

Geringere Kosten und mehr Mandanten

Der Einsatz von KI im Rechtssektor sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern kann auch Kosten senken und althergebrachte Industrienormen verändern.

Die offensichtliche Kostensenkung ist das Ergebnis gesteigerter Effizienz. Da die Dokumentenanalyse erheblich schneller vonstattengeht und jederzeit erfolgen kann, sinken die Lohnkosten. Der Einsatz von KI-Software für Prozesszwecke benötigt einen Bruchteil der Zeit und Kosten, die für die Inanspruchnahme von Anwälten erforderlich wären.

Mehr Automatisierung heißt jedoch nicht, dass Anwälte dadurch zwangsläufig arbeitslos werden. Erstens kann KI-Software noch immer nicht mit emotionaler Intelligenz und menschlichem Urteilsvermögen mithalten, und zweitens befreit KI Anwälte von repetitiven Arbeiten, so dass sie sich anspruchsvolleren Aufgaben widmen können.

Die Branche wird häufig als kostenintensiv betrachtet, und in vielen Fällen geben Unternehmen viel Geld für Due Diligence und Prozessführung aus. Automatisierung senkt die Kosten und ermöglicht einen breiteren Zugang zu juristischer Unterstützung. Die Anwälte der Zukunft werden weniger hohe Honorare berechnen müssen, da sie von einem Teil der mühsamen und zeitaufwändigen Arbeit befreit sind. So können Kanzleien mehr Mandaten betreuen.

Ein Beispiel, das genau vor diesem Hintergrund entwickelt wurde und den Due-Diligence-Prozess für Käufer und Verkäufer erheblich verbessert, ist der Drooms NXG Findings Manager, der unter anderem die Bewertung potenzieller Risiken und Chancen einer Transaktion automatisiert.

Der Rechtssektor hat angefangen, auf Technologie zu setzen und muss dies auch künftig fortsetzen. Die Branche muss weiterhin eine zentrale Rolle beim Einrichten des Rahmenwerks spielen, in dem KI arbeitet. Wichtig ist eine wachstumsorientierte Einstellung, die die Grundlagen von KI und die damit verbundenen Vorteile versteht.

Die Akzeptanz beschleunigt sich – und das ist notwendig

Die Einführung von KI in die Rechtsbranche war ausgesprochen disruptiv. Dabei wird im Grunde schon seit Jahrzehnten darüber gesprochen. 1970 befassten sich Bruce G. Buchanan und Thomas Headrick mit der Idee, juristische Forschung und Logik zu modellieren. Seit 1987 findet jährlich die International Conference of AI and Law statt.

Die Einführung von KI hat dem Rechtssektor fantastische Chancen beschert. Die Vorteile von KI veranlassen große Anwaltskanzleien, mehr Technologie einzusetzen, und Universitäten denken darüber nach, wie sie Technologie für angehende Anwälte in den Lehrplan aufnehmen können. Der Deloitte Insight Bericht aus dem Jahr 2016 deutet an, dass fast 40 % der Arbeitsplätze im Sektor automatisiert werden könnten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Technologie neue Arbeitsplätze schafft und den Sektor erschwinglicher macht.