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Immobilien: aktuelle Trends im Zuge neuer Technologien

09. November 2018 | Drooms Global

Die neue Technologie verändert die Immobilienlandschaft, aber in welcher Weise? Von welchen Veränderungen können wir ausgehen?


Eine PwC-Umfrage zeigte, dass sich Geschäftsführer in der Immobilienbranche nicht besonders damit befassen, wie die Unternehmensführung dem technologischen Wandel angepasst wird. Gerade mal 10 % sind über die Geschwindigkeit des Wandels beunruhigt – der globale Durchschnitt hingegen beträgt ca. 38 %.

Die moderne Technologie zu verstehen und anzuwenden, kann jedoch dem Sektor und den in ihm tätigen Unternehmen zugutekommen. In einer Umfrage von Property Week waren 61 % der Befragten der Meinung, dass sich Technologieinvestitionen in den nächsten fünf Jahren umsatzsteigernd auswirken könnten. Die Einschätzung, wie sich die Technologie auf den Umsatz auswirkt hat sich deutlich verschoben, denn die gleiche Umfrage ergab noch vor einem Jahr einen Wert von 48 %.

Die Branche wird sich der Bedeutung bewusst, mehr über Technologie zu erfahren und zu analysieren, wie sie sich positiv auswirken könnte. Wie sehen nun die wichtigsten neuen Technologien aus und welche Trends erzeugen sie?

Cloud Computing: ein veränderter Umgang mit Immobilien

Cloud Computing ist kaum eine neue Technologie, aber welche Auswirkungen es auf die Immobilienbranche hat, kommt erst jetzt zum Tragen. Angesichts der sich wandelnden Rolle dieser Technologie und ihrem gesteigerten Einsatz, dürfte der Einfluss künftig spürbar zunehmen.

Aufgrund der Entwicklung zu einer Gig Economy und der zunehmenden Verbreitung der Beschäftigung auf freiberuflicher Basis sinkt der Bedarf an traditionellen Büroflächen. Start-ups und etablierte Unternehmen verfügen bereits über flexiblere Arbeitskräfte, da Cloud Computing die Notwendigkeit senkt, an einen festen Standort gebunden zu sein. Mit Technologien wie Skype, virtuellen Datenräumen und Online-Marktplätzen, wie z. B. Upwork, können Sie kommunizieren und arbeiten, ohne im selben Raum zu sein.

Laut CBRE liegt der geschätzte Wert der globalen Büromietbranche bei 600 Milliarden Dollar pro Jahr. Der Marktanteil flexibler Coworking-Räumlichkeiten wie WeWork soll von 1 % auf 20 % wachsen.

Ein Großteil dieser Art von Veränderungen wird von neuen digitalen Unternehmen vorangetrieben, die wissen, wie man Technologien disruptiv im Immobilienmarkt einsetzt. Der traditionelle Immobiliensektor steht dadurch vor einer Herausforderung. Sowohl die Neuerfindung des physischen Raumes als auch die Art und Weise, wie er betrieben wird, müssen sich ändern. Ein Bericht von PwC mit einem globalen Ausblick auf den Immobilienmarkt betonte, dass Unternehmen in der Lage sein müssen, Veränderungen zu erkennen und zu verstehen. Dem Bericht zufolge wird die Digitalisierung der Vergangenheit den Unternehmen nicht helfen, „sich zu entwickeln und voranzukommen. Sie kann ihnen aber unter Umständen helfen, ihre Marktposition zu erkennen. So werden subtile Veränderungen im operativen Geschäft entwickelt, um neue Bereiche zu erschließen und in ihrem Sektor zu Geld zu machen und um ihre Zukunft zu sichern.“

Selbstverständlich verändert die Cloud das Prozedere, wie Immobilien verwaltet werden, und nicht nur, wie wir physisch mit ihnen verbunden sind. Die Dauer der Geschäftsabschlüsse hat enorm abgenommen. Dies wird auch durch eine weitere neue Technologie reduziert, auf die wir später eingehen.

Virtuelle und erweiterte Realität: geänderter Bedarf an Immobilien

Es gibt noch eine weitere wichtige Technologie, die  verändert, wie wir Immobilien nutzen und benötigen. Beide entwickeln sich zu einer tragfähigen Verbrauchertechnologie, die von vielen verschiedenen Bereichen – vom Gaming bis zum Einzelhandel – zur Nutzung erforscht wird.

Mit virtueller und erweiterter Realität sind wir in der Lage, die Betrachtungsweise und die Verwendung von Immobilien zu ändern. Die digitale Welt ist bereits führend, wenn es darum geht, wie private und öffentliche Käufer nach neuen Objekten suchen. Dies geschieht hauptsächlich online über Immobilienplattformen.

Virtuelle und erweiterte Realität ändern darüber hinaus, wie und wo die Immobilie besichtigt werden kann. Im Grunde genommen könnten Sie Objekte besichtigen, ohne Ihr eigenes Haus zu verlassen und auch einen Hinweis darauf erhalten, wie es aussehen kann, wenn Sie einziehen würden.

Diese Art von Technologie wird auch den gewerblichen Immobilienmarkt verändern. Viele Einzelhändler betreiben bereits einen Großteil ihrer Geschäftsaktivitäten online, und diese neue Technologie wird es noch einfacher machen. Quartz berichtete zu diesem Thema und stellte das Konzept des „Verkaufsraums“ in den Vordergrund: Ein kleinerer, kompakterer Raum mit einem Design, das darauf abzielt, die Verbraucher online anzusprechen. Handelsriesen wie Nike befinden sich bereits in der Testphase.

Grundsätzlich können virtuelle und erweiterte Realität den Bedarf an gewerblichen Flächen und deren Nutzung verändern. Lagerflächen könnten wichtiger sein als Läden in Ziegelsteinbau usw.. Es wird die Art der Räumlichkeiten beeinflussen, die wir haben wollen und was wir mit ihnen machen.

Blockchain: Bezahlung für und Verwaltung von Immobilien im Wandel   

Blockchain verändert mehrere Branchen. Sie ist die den Kryptowährungen zugrunde liegende Technologie und wird zunehmend eingesetzt, um Zahlungen zu erleichtern.

Forbes berichtete über die erste bedeutende Immobilie Manhattans dessen Wert in Tokens übersetzt wurde. Der Luxusappartementkomplex wurde unlängst über Ethereum Blockchain finanziert. Der Einsatz von Blockchain im Immobiliengeschäft dürfte sich allerdings über die einfache Immobilienfinanzierung hinaus entwickeln.

Deloitte wies im Bericht über Immobilien und Blockchain darauf hin, dass die sechs bedeutenden mit der Technologie verbundenen Geschäftsmöglichkeiten wie folgt lauten:

  • Verbesserung der Objektsuche
  • Beschleunigung der Due Diligence
  • Erleichterung des Leasing- und Cashflow-Managements
  • Effizientere Entscheidungsfindung
  • Erhöhte Transparenz und niedrigere Kosten bei Grundbucheintragungen
  • Effizientere Finanzierungs- und Zahlungsabwicklung

Durch den Einsatz dieser Technologie ist es möglich, eine dezentralisierte Datenbank zu schaffen, die an Bedeutung gewinnt. Die Verwendung von Blockchain als Immobilien-Datenbank würde die Datenintegrität erheblich verbessern und mögliche Hacker abhalten. Betrug wäre viel schwieriger zu begehen, und der Zugang zu Daten würde tatsächlich zunehmen.

Blockchain kann einen großen Einfluss auf die Formel des Buy-Sell-Zyklus haben, was den Ablauf und die Dauer angehen. Die Datenbank kann den Due-Diligence-Prozess verbessern und verringert den Arbeitsaufwand. Dies kann sich direkt auf die Kosteneffizienz auswirken, da derzeit rund 10 % der Transaktionskosten auf Due Diligence entfallen.

Die disruptive Wirkung von Blockchain wird nicht nur die Immobilienfinanzierung beeinflussen.

Mobile Technologie: Tradition im Umbruch

Die mobile Technologie besitzt überraschenderweise ein disruptives Potenzial für die Immobilienbranche. Unterschiedliche Technologien machen die Menschen mobil: Arbeitsplätze sind nicht an einen einzigen physischen Raum gebunden, Hotels verzeichnen Einbußen aufgrund flexibler Immobilienlösungen und selbst der Einzelhandel wendet sich dem Konzept der Pop-up-Stores zu. 

Der Bericht von PwC führt die fahrerlose Technologie als eine der disruptivsten Technologien in der Immobilienbranche an. Dies liegt daran, dass es traditionelle Objektarten herausfordern kann, einschließlich der Frage, wo und wer Platz braucht.

Der Bericht verweist zunächst auf das Beispiel von Parkplätzen in vielen gewerblichen und privaten Gebäuden, die neu konzipiert werden können, wenn die Menschen nicht für das Führen des Fahrzeugs verantwortlich sind.

Technologien, die unsere Mobilität verbessern und verändern, können dieselbe Wirkung auf den Immobilienmarkt haben. Obwohl diese langfristig angelegt sind, könnten sie sich als die disruptivsten Technologietrends erweisen, denen Immobilien ausgesetzt sind.

Wie lautet die richtige Antwort?

Es ist einfach und möglich, nicht zu viel über die Auswirkungen der Technologie auf die Immobilienbranche nachzudenken. Kurzfristig betrachtet dürften viele der hier genannten Veränderungen die Rentabilität der Anlagen nicht beeinflussen. 

Die Technologie verwischt die Grenzen in den meisten Branchen. Sie verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten, wo wir arbeiten und was wir mit unserer Freizeit machen. All dies bedeutet, dass sich auch die Immobilienbranche verändert und für die Akteure der Branche Chancen und Herausforderungen bietet.