Erneuerbare Energien in China auf dem Vormarsch – Wer zieht nach?

29. November 2017 | Drooms Germany

China ist einer der größten Umweltverschmutzer der Welt, gleichzeitig jedoch führt das Land die Revolution im Bereich erneuerbarer Energien an. Während die USA entschieden hat, sich von den Zielen des Pariser Klimaabkommens abzuwenden, neigen immer mehr Länder dazu, Chinas Strategie zu übernehmen – eine höchst attraktive Perspektive für Investoren.


China hat in Sachen Umweltverschmutzung ein gewaltiges Problem. Bilder von dichtem Nebel auf den Straßen von Beijing zeugen in aller Deutlichkeit davon. Jedoch hat China beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen, und hat sich im Zuge dessen zu einer führenden Kraft im Sektor der erneuerbaren Energien entwickelt.

 

China steigert seine Investitionen in erneuerbare Energien

In diesem Sommer gab Chinas Nationale Energiebehörde (NEA) an, bis zum Jahr 2020 rund 2,5 Billionen Yuan (367 Milliarden USD) in die Erzeugung erneuerbarer Energie zu investieren. Der Fünfjahresplan für den Energiesektor sagt voraus, dass diese Investition zur Schaffung von über 13 Millionen Arbeitsplätzen in dem Sektor beitragen wird. Bis 2020 werden die Erneuerbaren – Solar-, Wind-, Wasser- und Atomkraft – rund die Hälfte der neuinstallierten Energieerzeugungskapazität Chinas ausmachen.

In ihrem Plan im letzten Jahr ging die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform (SKER) davon aus, dass Investitionen in erneuerbare Energien einem ähnlichen Muster folgen würden. Laut SKER dürften Investitionen in den diversen Sektoren der Erneuerbaren im Laufe der Fünfjahresperiode wie folgt aussehen:

 

  • 1 Bio. Yuan für Solarenergie
  • 700 Mrd. Yuan für Windfarmen
  • 600 Mrd. Yuan für Wasserkraft

 

Das Land hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 20% seines Energieverbrauchs mit sauberer Energie zu decken. Analysten zufolge ist China auf dem besten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Ende 2015 erreichte der Anteil sauberer Energien an Chinas Gesamtverbrauch 12%.

Erstaunlicherweise nutzte die chinesische Provinz Qinghai im Juni eine Woche lang ausschließlich erneuerbare Energien, um zu beweisen, dass sie auch ohne fossile Brennstoffe auskommt.

 

Chinesische Unternehmen kurbeln grüne technologische Revolution an

China investiert nicht nur mehr in saubere Energie. Das Land setzt vermehrt auf die Nutzung dieser Energien, treibt die technologische Innovation in diesem Bereich voran und produziert große Mengen erneuerbarer Technologie, die auch außerhalb Chinas zum Einsatz kommt. Zwei Dritter aller Solarplatten auf der Welt und fast die Hälfte aller Windräder kommen aus China.

Für Energieunternehmen steht China im Fokus – M&A zwischen chinesischen und nicht-chinesischen Unternehmen haben in den letzten zehn Jahren zugelegt. Einem Bericht von Rödl & Partner und Mergermarket zufolge wird der Sektor der erneuerbaren Energien in naher Zukunft eine 72%ige Steigerung bei M&A-Aktivitäten erleben. Angesichts der ebenfalls zunehmenden grenzüberschreitenden Aktivitäten müssen Unternehmen unbedingt Lösungen finden, die ihre Dealmaking-Aktivitäten verbessern. Hierzu stehen eine Vielzahl von Tools zur Verfügung – von virtuellen Datenräumen bis hin zu Due Diligence-Services, die von Drittdienstleistern erbracht werden.

 

Länder folgen dem Beispiel Chinas

Chinas Engagement für saubere Energie hat andere Länder ermutigt, nachzuziehen – auch wenn die USA einen anderen Weg zu beschreiten scheint. Frankreich hat angekündigt, es werde keine neuen Explorationsgenehmigungen für Kohlenwasserstoffe mehr erteilen, so dass nicht mehr nach neuen Öl- und Gasvorkommen gesucht werden darf. Ferner überlegen Präsident Emmanuel Macron und seine Regierung, wie sie den Anteil der Kernenergie am Energiemix des Landes reduzieren können und prüfen die Möglichkeit der Einführung eines Gebäudesanierungsprogramms, das den Energieverbrauch französischer Wohnhäuser senkt.

Innovationen im Sektor haben zur Folgen, dass die Kosten der Bereitstellung erneuerbarer Energien zurückgehen. In Ländern wie Dänemark, Ägypten, Peru, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten liegen die Kosten für kohlenstoffarme Stromerzeugung jetzt bei unter 0,05 USD pro Kilowattstunde. Das ist günstiger als fossile Brennstoffe und Kernkraft.

In Europa haben mehrere Länder Gesetze erlassen, um die Nutzung von Atomenergie schrittweise zu reduzieren oder ganz auf erneuerbare Energie umzusteigen. Können diese Länder ihre Ziele umsetzen? Das ist weiterhin unklar, da Experten vor einem Rückgang der Investitionen warnen. Zwischen 2015 und 2016 waren Investitionen in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie weltweit um 23% rückläufig.

Teil des Problems ist ein zu starker Fokus auf Wind- und Solarenergie. Alle Technologien für erneuerbare Energieträger werden jedoch dazu beitragen, die Probleme des Klimawandels anzusprechen. Je breiter der Ansatz, umso besser stehen die Chancen für eine Reduzierung der globalen Klimaerwärmung.

 

Vorbereitung auf gesteigerte M&A-Aktivität im Energiebereich

Für Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind, könnten sich die kommenden Jahre als äußerst vielversprechend erweisen. China scheint sich eindeutig für den Umstieg auf erneuerbare Energie entschieden zu haben, und wenn die chinesische Wirtschaft ihren Aufwärtstrend fortsetzt, dürften Investitionen langsam aus dem Land herausfließen.

Die effiziente und effektive Abwicklung von Mergers & Akquisitionen wird sich als ausschlaggebend für Unternehmen erweisen. Um Teil der Erfolgsgeschichte der erneuerbaren Energien zu sein, müssen Länder vorbereitet sein – im Kontext grenzübergreifender Transaktionen und zunehmender regulatorischer Auflagen ist es von größter Wichtigkeit, den Austausch von Informationen für die Due Diligence zu erleichtern. Da Datenraumanbieter sich über die Bedeutung von grenzübergreifenden Geschäften im Klaren sind, investieren sie in Technologie, die eine sofortige Übersetzung von Dokumenten ermöglicht. Die Gewährleistung reibungsloser Kommunikation zwischen Stakeholdern in aller Welt steht im Zentrum eines internationalen Dealmarkets, der flüssig, doch gleichzeitig voll konform sein will.