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Die Zukunft des Asset Managements - Eine Prognose

12. Oktober 2018 | Drooms Global

Technologie prägt die Asset-Management-Branche und hat das Potenzial, Prozesse, Operationen und Systeme zu verändern und etwas Neues für zukünftige Generationen zu schaffen. Wie also wird die Zukunft aussehen und welche Rolle werden wir dabei spielen? Welche Art von kurz- und langfristigen Prognosen lassen sich aufstellen? Wie können sich Führungspersönlichkeiten von heute eine erfolgreiche Zukunft sichern?


Prognosen sind nie leicht, in Kombination mit einem volatilen globalen politischen Umfeld jedoch können sie sich besonders schwierig gestalten. Das Tempo, mit dem Technologie sich weiterentwickelt, kompliziert die Sache noch weiter. Mit den Worten von Heraklit: „Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.“ Ein ausgesprochen passendes Zitat für die Welt des Asset Management, besonders in der heutigen Zeit.

Auch wenn Prognosen schwierig sind – für eine wettbewerbsorientierte Branche, in der Erfolg von der Fähigkeit abhängt, der Konkurrenz stets einen Schritt voraus zu sein, ist ein in die Zukunft gerichteter Blick von größter Bedeutung.

Hauptantriebskräfte der Branche

Um langfristige Trends zu verstehen, lohnt es sich darüber nachzudenken, wie die aktuelle Branchenlandschaft aussieht und welche Faktoren Innovation fördern. Der Asset-Management-Sektor wird überwiegend von geringen Gewinnmargen und Stagnation geplagt, wodurch ein problematisches Umfeld für Branchenteilnehmer entstanden ist.

Externe Rahmenbedingungen stellen eine Herausforderung für fast jede Branche dar, ganz besonders für Asset Management. Die Gründe hinter der knallharten Wettbewerbslandschaft lassen sich in drei Hauptantriebskräfte untergliedern. Ein modernes Asset-Management-Unternehmen kann nicht ohne Einbeziehung der folgenden Faktoren arbeiten:

  • Die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen
  • Kundenpräferenzen
  • Voranschreitende Technologie - es geht um mehr als nur Künstliche Intelligenz

Diese drei Faktoren beeinflussen sich oft gegenseitig und werden zweifellos auch künftig eine wichtige richtungsweisende Rolle spielen. Technologische Fortschritte sind ein wichtiger Grund dafür, dass Regierungen und multinationale Organisationen die Rahmenbedingungen anpassen müssen. Andererseits haben die heutigen Generationen verständlicherweise ihre diversen Präferenzen bezüglich der Nutzung von Technologie.

Top Trends

Wie sieht die Asset-Management-Branche derzeit aus? Wie wird sie von diesen drei Antriebskräften beeinflusst? Es gibt ein paar bedeutende Trends, die in den letzten Jahren von Asset-Management-Unternehmen aufmerksam verfolgt wurden.

Die Suche nach günstigeren Investmentfonds

Dem Bericht Deloitte 2018 Investment Management Outlook zufolge musste die Branche anfangen, sich durch Verlagerung der angebotenen Fondstypen an Investorenpräferenzen anzupassen. Daten aus diesem Bericht lassen darauf schließen, dass Investoren besonders an kostengünstigen und passiven Fonds interessiert sind; der Marktanteil von klassischen Investmentfonds mit nicht effizienter Kostenstruktur  hingegen schrumpft.

Manager reagieren hierauf auf höchst unterschiedliche Weise. Laut einem in der Fachzeitschrift IPE veröffentlichten Artikel, in dem Christopher O’Dea die Sachlage näher untersucht, wurde der Fokus auf diverse Faktoren gelegt – von Factor Investing (eine Strategie, die höhere, aber risikobereinigte Rendite verspricht) und Risikoparität bis hin zum Smart-Beta-Testing. Aktuelle Trends weisen jedoch vor allem in Richtung börsengehandelter Fonds (ETF).

Unternehmens-Reorganisation

Ein weiterer interessanter Trend hat sich seitens Asset-Management-Unternehmen abgezeichnet, die Strategien zur Steigerung ihrer organisatorischen Agilität festlegen, um besser auf die veränderlichen Rahmenbedingungen reagieren zu können. Der Deloitte-Bericht prognostiziert, dass in der Branche potenziell mehr Unternehmen „bestehende Aufgaben in Komponenten aufspalten“ und damit anpassungsfähiger und operativ flexibler werden würden.

Dies fällt besonders bei Technologie ins Auge. Cloud Computing fördert Agilität und wurde daher schnell vom Asset Management angenommen. Die Nutzung virtueller Datenräume kann eine kapazitätssteigernde Wirkung auf das Asset Management haben.

Die immer vorrangigere Rolle der EU

In Sachen regulatorischer Compliance nimmt die EU eine zunehmend zentrale Rolle in der Welt des Asset Management ein. Das offensichtlichste Beispiel hierfür war die Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) durch die Europäische Union, die Unternehmen dazu zwingt, ihr Verhalten und ihre Dienstleistungsbedingungen zu verändern, ganz gleich, wo der Betrieb angesiedelt ist.

Im Rahmen der Prognosen für 2018 sah Oliver Wyman voraus, dass die europäische Regulierung mit Ausnahmen der USA global wird. In den USA sollten sich Regulierungen unter Trump erheblich lockern. Der Rest der Welt folgt der EU-Agenda und das könnte auch außerhalb von Trumps Amtszeit der Fall sein.

Zukünftige Trends

Auf welche Art von Trends sollten die unterschiedlichen Branchenakteure sich konzentrieren? Welche Auswirkungen werden die wichtigsten Antriebskräfte auf die Zukunft haben?

Es gibt drei wichtige Trends, die man im Auge behalten sollte.

Die alternde Welt und die neue Generation

Was die Investorenlandschaft betrifft, wird Asset Management von zwei unterschiedlichen, doch in gewisser Weise verbundenen Faktoren vorangetrieben werden:

  • Eine alternde Bevölkerung, die nach mehr Ruhestands- und Gesundsheitsversorgung sucht.
  • Die neue, technisch versierte Generation der Millenials, die sich gut mit ihren Investmentoptionen auskennt.

Dem PwC Asset Management 2020 Bericht zufolge wird die Verlagerung des Investorenstamms zum Wachstum von Staatsfonds führen und sich auf individuelle Altersversorgungspläne konzentrieren. Antriebskräfte hierbei sind Gemeinden und Kommunalverwaltungen, die auf die alternde Bevölkerung reagieren.

Der Aufstieg von Datenanalyse

Datenanalyse ist zwar nicht neu, dürfte sich jedoch im Hinblick auf die Zukunft von Asset Management weiterentwickeln und über die Untersuchung von Märkten und unterschiedlichen Anlageoptionen hinausgehen. Ein KPMG-Bericht zum Thema „In die Zukunft investieren“ kommt zu dem Schluss, dass Kunden-Profiling sich als ausschlaggebendes Unterscheidungsmerkmal zwischen erfolgreichen und erfolglosen Asset Managern erweisen wird.

Die Art und Weise, in der man Technologie für sich erschließt und nutzt, wird eine große Rolle bei der Verfeinerung des Kunden-Profiling spielen. So kann zum Beispiel die Vermarktung von Assets gestrafft und optimiert werden, um ein erheblich breiteres Publikum zu erreichen.

Zudem werden Asset Manager auch über die aktuelle Landschaft hinausblicken und ein sehr viel breiteres Publikum analysieren und verstehen müssen. Derzeit wird der Markt immer noch zum Großteil von westlichen Verbrauchern kontrolliert, die anziehende Konjunktur in Asien und Afrika jedoch wird Veränderungen zur Folge haben.

Ein nachhaltiger und sozialer Ansatz

Asset Management wird einen gesellschaftlich transformativen und nachhaltigen Ansatz verfolgen müssen. In seinem IPE-Artikel wies Christopher O’Dea darauf hin, dass die Erfahrungen in den USA bereits Zeichen hierfür erkennen lassen, da der Gesetzgeber hier um eine Transformation des Rentenkontos bemüht ist.

Die Rechenschaftspflicht von Unternehmen für ökologische und soziale Themen sowie Corporate Governance (ESG) steht schon jetzt im Brennpunkt für Asset Manager, allerdings wird vielfach vorausgesagt, dass dies im Laufe der nächsten Jahre noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 von Morgan Stanley hob die Tatsache hervor, dass 86 % aller Millennials sich mit nachhaltigen Investitionen befassen. Zwar liegt dies bereits im Blickfeld von Unternehmen, doch wird damit gerechnet, dass die Veränderung zum Teil auch durch legislativen und regulatorischen Druck zustande kommen wird.

Durch besseres Portfoliomanagement auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten

Um auf die oben aufgeführten Herausforderungen eingehen zu können, wird besseres Portfoliomanagement einen kritischen Teil des Prozesses bilden, der Asset Manager in die Lage versetzt, besser auf spezifische Entwicklungen zu reagieren und Zusammenhänge im Ganzen zu erkennen.

Ein Asset Manager, der Portfoliomanagement mit einem virtuellen Datenraum verbessert, kann:

  • die neuesten Technologien zum Tragen bringen und für verbessertes Asset Management nutzen;
  • agiler auf regulatorischen Druck reagieren;
  • Kunden ein qualitativ hochwertiges Portfolio anbieten.

Ein virtueller Datenraum verbessert nicht nur den Zugang zu Daten und bietet Datenanalyse in Echtzeit, sondern reagiert auch auf den informierten Kunden und verbessert die Beziehung zwischen Asset Manager und Kunden.

Eine Studie von Greenwich Associates betont die Wichtigkeit dieser Beziehung. Sie stellte fest, dass erstklassige Überzeugungs- und Präsentationsfähigkeiten kritisch für Investment Manager sind, die Beziehungen mit Beratern aufbauen wollen.

Offenheit und Transparenz sind jedoch nicht nur zwischen Kunden und Asset Managern gefordert. Wie die obigen Prognosen zeigen, wird der zunehmende regulatorische Druck die gesamte Branche transparenter machen.

Die Zukunft der Asset-Management-Branche ist international, was die Komplexität des Portfoliomanagements noch weiter steigert. Die gute Neuigkeit für Asset Manager ist, dass sich diese Komplexität mit den richtigen Tools einschränken und reduzieren lässt. Es ist nicht einfach, die Zukunft vorherzusagen, aber es ist durchaus möglich, Trends im Griff zu behalten.