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Die Smart Cities der Zukunft

27. März 2019 | Drooms Global

Nach Angaben der Vereinten Nationen leben derzeit 55 % von uns in Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und Infrastruktur. Bis 2050 prognostiziert die UNO einen Anstieg auf beeindruckende 68 %. Welche technologischen Lösungen werden implementiert, um dem zunehmenden Druck zu begegnen, der auf Infrastrukturen lasten wird?


Seit der industriellen Revolution verlagert sich der Wohnsitz der Menschen zunehmend vom Land in die Stadt. Angaben der Vereinten Nationen (UN) zufolge leben 55 % von uns derzeit in Ortschaften mit hoher Bevölkerungsdichte und umfassender Infrastruktur. Bis 2050 soll diese Zahl laut UN auf erstaunliche 68 % anwachsen. Auch die Zahl der Megastädte nimmt zu. Schätzungen zufolge könnte es 2030 über 40 Ballungszentren mit je 10 Millionen Einwohnern auf der Welt geben.

Derartige Trends setzen Infrastrukturen unter Druck, führen zu Überbevölkerung und tragen zu einer Reihe von Umweltbelastungen bei. Die Umsetzung technologischer Lösungen zum Bewältigen dieser Herausforderungen hat zum Konzept der „Smart Cities“ geführt.

Was sind Smart Cities?

Der Begriff „Smart City“ hat keine einzige Definition. Für IBM ist eine Smart City eine Stadt, die „alle derzeit zur Verfügung stehenden, vernetzten Informationen optimal nutzt, um städtische Abläufe besser zu verstehen und zu kontrollieren und die Nutzung beschränkter Ressourcen zu optimieren.“ Das British Standards Institute (BSI) hingegen meint, eine Smart City ermögliche die „effektive Integration physischer, digitaler und menschlicher Systeme in die bebaute Umwelt, um ihren Bürgern eine nachhaltige, wohlhabende und integrative Zukunft zu sichern“.

Im Grunde genommen versuchen Smart Cities viele der durch Urbanisierung und die Entwicklung von Megastädten entstehenden Herausforderungen zu lösen, wie:

  • Überbevölkerung und die damit verbunden schädlichen Auswirkungen
  • Klimawandel und Nachhaltigkeitsprobleme
  • Sicherheit und Gefahrenabwehr

Es gibt mehr als einen Ansatz

Bislang gab es keine umfassende Methode zur Gestaltung einer Smart City, sondern vielmehr eine Reihe von innovativen Wegen zur Lösung spezifischer Probleme.

Kopenhagen zum Beispiel hat mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) zusammengearbeitet, um ein Smart Bike zu entwickeln, das Bürgern ermöglicht, sich per Fahrrad durch die Stadt zu bewegen und so zu einer grüneren und gesünderen Stadt beizutragen. San Diego wiederum hat auf Technologie gesetzt, um die städtischen Straßenlaternen zu vernetzen. So spart die Stadt Geld und Energie und fördert das Gefühl von Sicherheit in der ganzen Stadt.

Länder wie China nehmen bei Entwicklung und Innovation eine führende Rolle ein. Ein Blick auf Hongkongs Smart City Blueprint genügt, um eine Vorstellung vom Wachstum in diesem Gebiet zu bekommen.

Berichten der Economist Intelligence Unit zufolge haben sich private Investitionen hauptsächlich auf die Förderung von Transport, Mobilität und dergleichen konzentriert – Bereiche, die zum Großteil vom öffentlichen Sektor beherrscht wurden.

Wie wird die Smart City von morgen aussehen?

Mit der Technologie entwickeln sich auch die Möglichkeiten für Smart Cities weiter. 5G zum Beispiel wird enorme Auswirkungen auf die Erfassung, Verarbeitung und Nutzung von Daten haben und potenzielle Antworten auf aktuelle Probleme liefern.

Der Smart-Cities-Bericht von Deloitte meint, das SmartSantander-Projekt im spanischen Santander liefere  „einen frühzeitigen Einblick darin, wie Daten und Bürger eine Stadt gemeinsam in ein umweltfreundlicheres, wirtschaftlich attraktives und reaktives Umfeld verwandeln können, das seinen Bewohnern eine bessere Lebensqualität bietet“. In Santander wurden überall in der Stadt Sensoren installiert, mit denen Anwohner ihre Smartphones benutzen können, um Daten zu generieren und zu nutzen. Beamte der Stadtverwaltung können mithilfe dieser Sensoren Echtzeitdaten über Energienutzung und Abfallentsorgung erfassen. Der Ansatz konzentriert sich nicht nur auf ein bestimmtes Problem oder einen einzigen Lebensbereich, sondern bezieht einen vielschichtigen Katalog täglicher Aktivitäten ein.

Die Smart City der Zukunft wird sich auf „Erlebnisse“ konzentrieren und versuchen, den Alltag der Bürger produktiver, vorteilhafter und angenehmer zu machen.

Chancen für Investoren

Das Interesse an Smart Cities beruht auf den mit ihnen verbundenen kollektiven Vorteilen – sie unterstützen Kommunalverwaltungen, erweitern Geschäfts­möglichkeiten und/oder bereichern das Leben der Anwohner.

Für Investoren bieten Smart Cities eine Fülle von Möglichkeiten und Chancen. Für Smart Cities bereitgestellte Finanzmittel sind auf dem Vormarsch, und der diesbezügliche Ansatz verfeinert sich ständig. Einst lag der Schwerpunkt auf spezialisierten, privaten Anlageinstrumenten, die auf Unternehmen ausgerichtet waren, die smarte Lösungen für die Herausforderungen der zunehmenden Urbanisierung entwickeln, heute jedoch verändert sich dieses Investitionsmuster schnell.

Aufgrund der allumfassenden Art von Smart Cities der Zukunft können Investoren sich jetzt auf Investitionen konzentrieren, die auf Folgendes ausgerichtet sind:

  • Einrichtung und Aufbau der Stadt und deren intelligenter Infrastruktur
  • Betreiben der Smart City und deren alltäglichen Funktionen
  • Services der Stadt und ihrer Bewohner

Investieren in Großprojekte, die eine Reihe unterschiedlicher Stakeholder einbeziehen, bringt jedoch seine ganz eigenen Probleme mit sich. Im Bericht der Economist Intelligence Unit führen Experten die Gründe dafür an, warum private Investitionen häufig eine nachgeordnete Rolle eingenommen haben: Smart Cities setzen die aktive Beteiligung der Kommunalverwaltungen voraus, und unterschiedliche Regeln und Vorschriften können Druck auf die Finanzstruktur von Projekten ausüben.

Allerdings weist der Bericht auch darauf hin, dass Investoren durch „Kombinieren weltweit bester Praktiken mit örtlichem Know-how, besonders in Schwellenmärkten“ in der Lage sein werden, „Risiken in den Griff zu bekommen, ungeachtet davon, ob sie in Projekte investieren, die von der Stadt selbst geleitet werden oder in Unternehmen, die Smart-City-Technologie liefern“.