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Der Anwaltsberuf im Jahr 2025: Selbstlernend und spezialisiert

30. September 2017 | Drooms Germany

Rechtsexperten verwenden schon heute Software, die auf dem Erfassen von Daten basiert, die Erkenntnisse und große Vorteile für Mandanten liefern sollen. Tools, die bei der Analyse von Dokumenten und beim Lernen aus diesen Unterlagen erheblich schneller sind als menschliche Arbeitskräfte, erweisen sich schon jetzt als äußerst hilfreich.


Müssen wir uns vor Big Data fürchten?

Das selbstfahrende Google-Auto ist wohl das realistischste Beispiel für das Ausmaß, in dem Automatisierung unser Leben mittel- und langfristig beeinflusst. Smart Technology nutzt nämlich Big Data, um bis zu 60% der Berufe in sämtlichen Sektoren zu automatisieren.

Menschen, die diesen Entwicklungen eher zurückhaltend gegenüber stehen, sind der Meinung, dass Automatisierung, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz in eine Welt gehören, in der Menschlichkeit an Roboter verloren geht. Allerdings wird sich Automatisierung für mehrere Berufe als durchaus rentabel erweisen.

Disruptive Technologie im Rechtsgewerbe

Deloitte Insights hat sich in einem jüngsten Bericht mit den Auswirkungen von Automatisierungstechnologie auf das juristische Gewerbe befasst. Da eine Reihe von Technologien, darunter „Virtuelle Assistenz“, innerhalb des Sektors bereits weit verbreitet sind, warten disruptive Technologien nicht gerade auf unsere Zustimmung, um unsere Arbeitsweise zu verändern.

Experten sagen voraus, dass für repetitive Aufgaben eine zunehmende Automatisierung zu erwarten sei, wogegen wissensbasierte Arbeit nicht durch Roboter ersetzt werden dürfte. Insofern wird die gesamte personelle Strategie von Anwaltskanzleien künftig Veränderungen unterliegen.

Dem Bericht zufolge sind bereits über 31.000 Arbeitsplätze der Automatisierungstechnologie zum Opfer gefallen. Gleichzeitig jedoch gibt es rund 80.000 mehr besser bezahlte, hochqualifizierte Stellen. Diese Zahlen geben Anlass zu der Vermutung, dass technologiebasierte Veränderungen im Rechtsbereich durchaus positiv sein könnten.

Was sich für stundenweise abrechnende Anwälte ändern wird

Gewisse traditionelle Funktionen wie stundenweise abrechnende Anwälte werden sich weniger schnell ändern als andere Funktionen innerhalb der Struktur von Anwaltskanzleien. Allerdings wird eine neue Generation für frischen Wind sorgen, da jetzt die nach Flexibilität und Mobilität strebenden Millennials, die nach 1980 Geborenen, auf den Arbeitsmarkt strömen. Der Wandel wird mittelfristig also auch Berater kaum verschonen.

Als erstes dürften Aufgaben automatisiert werden, die normalerweise nicht im Stundentakt abgerechnet werden, zum Beispiel Verwaltungs- oder Praxismanagementaufgaben wie Dokumentenverwaltung, Ablage, Terminüberwachung, Rechnungswesen und Fakturierung. Anwaltssoftware wie Virtual Law und Open Evidence sind nur zwei von Dutzenden von Beispielen dafür, wie intelligente Tools den Workflow von Anwälten verbessern. Was kommt auf Rechtsberater zu, die im Due-Diligence-Bereich arbeiten?

Due Diligence als hochqualifizierte Rechtspraxis

Due Diligence wird immer noch meist stundenweise abgerechnet, das heißt, dass das zeit- und energieaufwändige Prüfen von Dokumenten tatsächlich die Kernaufgabe vieler Berater bildet. Viele Berater sehen deshalb den Einsatz von Smart Technology für Due Diligence als Bedrohung für ihr Einkommen.

In Wirklichkeit jedoch wird der ausgiebigere Einsatz selbstlernender Software auch jenen nutzen, die stundenweise bezahlt werden, indem diese Software nämlich Erkenntnisse und Informationen für die Mandaten liefert.

Für den sogenannten „Red Flag“ Bericht müssen Berater die wichtigsten Unterlagen für die Due Diligence einsehen und definieren, was ungeheurer zeitaufwändig ist. Was wäre also, wenn man – anstatt sämtliche Dokumente einzusehen – mehr Zeit damit verbringen könnte, die wichtigsten davon zu analysieren?

Was wäre, wenn Red Flag ein automatisierter Workflow wäre? In Datenraumsoftware integrierte Inhaltsanalysen bieten die Möglichkeit, Risiken einzuschätzen (in Sachen geistiges Eigentum, Verletzung, Erfinder, usw.), so dass Rechtsberater in kürzester Zeit Entscheidungen auf Grundlage relevanter Information treffen können. Genau diese Kerndienste werden dem Anbieter einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Durch noch umfassenderen Ausbau der Automatisierung von Red Flag könnte es sogar möglich sein, noch mehr Daten über den Inhalt der Dokumentation zu erfassen, so dass nicht nur das Risiko, sondern auch die mit einem Deal verbundenen (rechtlichen und finanziellen) Chancen bewertet werden können.

Das hatten wir uns bei Drooms für die Entwicklung des Findings Managers vorgenommen: Due-Diligence-Prozessen dramatisch zu verändern. Der Findings Manager beschleunigt die Dokumentenprüfungsphase. Potenzielle Interessengebiete werden hervorgehoben. Die Validierung der Ergebnisse kann von innerhalb des Datenraums aus erfolgen. Schließlich können die Ergebnisse für die weiteren Schritte (z. B. Due-Diligence-Bericht) in Excel exportiert werden.

Die Fähigkeit, Bewertungen präzise und kurzfristig auszuführen, wird dazu beitragen, eine neue Art von Berater aufzubauen, der repetitive Arbeit zugunsten qualifizierter und detaillierter Rechtsberatung eliminiert. Dies wird der betreffenden Kanzlei einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten, müssen Rechtsberater die Chance nutzen, voll von den neuesten Erkenntnissen zu profitieren und sich verstärkt auf hochqualifizierte und persönlich lohnenswerte Aktivitäten konzentrieren zu können. In anderen Worten - wer sich nicht an die neue Technologie anpasst, ist 2025 womöglich nicht mehr mit von der Partie.