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Cross-Border Transaktionen: Die neue Französisch-Deutsche Partnerschaft

07. Februar 2020 | Drooms Global

2019 war ein entscheidendes Jahr für die Sicherheit, Unabhängigkeit und Digitalisierung europäischer grenzüberschreitender Transaktionen, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung einer Deutsch-Französischen Partnerschaft. Bei einem M&A-Frühstücksbriefing der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer (AHK) in den Räumen von Grant Thornton KG am 15. November 2019, gab Drooms Einblicke in die grenzüberschreitenden Aktivitäten zwischen Deutschland und Frankreich und die neuesten Marktentwicklungen.


Das Problem der Unabhängigkeit

Europäische Dienstleister nehmen den Datenschutz der Kunden sehr ernst und halten sich in Fragen des Datenschutzes strikt an die europäische Gesetzgebung. Bei Daten, die innerhalb der EU gespeichert werden, wo ein einheitliches Datenschutzniveau durchgesetzt wird, sind keine weiteren Gewährleistungen notwendig. Die allgemeine Datenschutzverordnung gilt seit dem 25. Mai 2018 für alle 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Während Audits auf einem anderen Kontinent aus der Ferne vielleicht schwieriger zu überwachen sind, ist es ebenso schwierig, die gleichen Gewährleistungen in einem weniger regulierten Land wie Russland oder China zu erhalten. Auch in den USA, einem Land, dass bei der digitalen Revolution eine Vorreiterrolle gespielt hat, hat sich die Situation geändert. Diese Veränderung betrifft Cloud Service Anbieter und ihre in der EU-ansässigen Tochtergesellschaften. Tatsächlich erlaubt das Datenschutzrecht in Amerika, das am 23. März 2018 in Kraft getreten ist, den Austausch amerikanischer Informationen, die durch den Wunsch motiviert sind, die „öffentliche Ordnung zu schützen". Abschließend wurde der PATRIOT ACT von 2001 am 15. August 2019 von der Trump-Regierung noch erweitert, um die NSA zu ermächtigen, die Überwachung der gespeicherten Daten zu erhöhen, wobei die Daten notwendigerweise ein bestimmtes Motiv haben müssen. Die Entwicklung der neuen Französisch- Deutschen Partnerschaft entspricht dem strategischen Bedürfnis nach digitaler Unabhängigkeit für die an Transaktionen beteiligten Personen. Dementsprechend erblickte der neue „Airbus der Vertraulichkeit“ im Juni 2019 als Joint Verture zwischen Drooms und Oodrive erstmals das Licht der Welt. Drooms, mit Sitz in Frankfurt am Main, hat virtuelle Datenräume für den Markt entwickelt und das Vertrauen großer Kunden, wie beispielsweise Deloitte, KPMG, Morgan Stanley, PwC, JP Morgan and UBS sowie zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen gewonnen. Oodrive, mit Sitz in Paris, ist auf hochsichere Kollaboration-Lösungen und digitale Identitätssignaturdienste spezialisiert, die den anspruchsvollsten europäischen Anforderungen und Zertifizierungen im Hinblick auf den Umgang mit sensiblen Daten entsprechen.

Die strategische Partnerschaft zwischen diesen zwei Spezialisten für den Umgang mit sensiblen Daten basiert auf sich ergänzenden Fachkenntnissen und Vertriebsnetzen. Die Partner stellen Mitglieder ihrer Teams ab, um die Koordination ihrer geschäftlichen Aktivitäten sicherzustellen.

Digitalisierung: Kulturelle Unterschiede in der Praxis

Vergleich der Datenraumnutzung in Frankreich und Deutschland

Die höhere Seitenzahl bei französischen Projekten führt zu der Annahme, dass die Dokumentation aufgrund der besseren Vorbereitung und der höheren Transparenz vollständiger ist. Auf deutscher Seite gibt es eine erhöhte Zurückhaltung bei der Offenlegung von Schlüsseldokumenten in der Anfangsphase einer Verhandlung. Es ist zu beachten, dass diese Diskrepanzen in echten Missverständnissen enden können, die zum Scheitern der Verhandlungen insgesamt führen können.

Ein weiterer großer Unterschied in der Nutzung des virtuellen Datenraums resultiert wahrscheinlich aus einer Abweichung der kulturellen Werte. Aus deutscher Sicht muss ein Termin unbedingt und ausnahmslos eingehalten werden. Auf der anderen Seite des Rheins ist die Akzeptanz einer möglichen Verzögerung jedoch größer, wenn dadurch die Qualität der gelieferten Dokumente verbessert wird. Dies macht sich bei den französischen Projekten häufiger vorkommenden Verlängerungen der Datenraumlaufzeit bemerkbar. Die geringere Tendenz zur Verlängerung der virtuellen Datenräume kann auf deutscher Seite ein Signal für eine bessere Planung sein.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz

Die Vorteile von Künstlicher Intelligenz für eine Transaktion sind zahlreich: Mögliche Reduzierung der Managementkosten, signifikante Effizienzsteigerung, Reduzierung der Ressourcenverschwendung und der Kosten für das laufende Management. M&A-Transaktionen beinhalten typischerweise die Prüfung, Analyse und Verwaltung großer Informationsvolumina. Ein weiteres Problem, das es zu berücksichtigen gilt, ist die hohe Anzahl von Datenraumnutzern, die in eine Transaktion involviert sind, Fragen stellen wollen und eine Antwort verlangen.

Im Jahr 2019 haben einige Entwicklungen stattgefunden, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sinnvoll gemacht haben. Zunächst einmal sind die integrierten automatischen Übersetzungstools, die den Zeit- und Kostenaufwand für grenzüberschreitende Transaktionen reduzieren, nun optimal ausgelastet, da die Algorithmen die Daten ausreichend analysiert haben, um einen definierten Reifegrad zu erreichen. Außerdem kann Natural Language Processing-Technologie (NLP) Dateien in verschiedenen Formaten analysieren, die relevanten Informationen extrahieren und so die Auswertung erleichtern und die Arbeitsabläufe optimieren. Die Technologie kann automatisiert Erkenntnisse generieren, die es ermöglichen, die potenziellen Risiken und Chancen eines Deals abzuschätzen. Der Findings Manager-Algorithmus filtert Datenrauminhalte und ordnet ihnen auf Basis der identifizierten Wörter, Synonyme und anderer Suchparameter instinktiv hinzu. Dank der künstlichen Intelligenz kann das Q&A intuitiv gestaltet werden, um die Koordinationseffizienz für alle Beteiligten zu maximieren. Die Anwendung von Blockchain für Archivierungszwecke ist eine weitere Entwicklung. Microsoft und Ernst & Young arbeiten zusammen, um die Prozesse für die Auszahlung von Lizenzgebühren an die rechtlichen Inhaber von geistigem Eigentum zu erleichtern und arbeiten auch an der Entwicklung eines potenziellen Prozesses für die Online-Generierung von Einnahmen. JP Morgan, HSBC und die Bank von Amerika nutzen zukünftig Blockchain-Lösungen, um den internationalen Zahlungsverkehr zu beschleunigen, wobei die Kosten de facto reduziert und die Sicherheit erhöht werden sollen. Drooms ist der erste virtuelle Datenraumanbieter, der die Blockchain-Technologie für Immobilien- und M&A-Transaktionen einsetzt. Drooms ersetzt die traditionelle Archivierung in Form von DVDs, CDs, USBs und Festplatten durch Datenräume, die für die gesetzliche Gewährleistungsphase einer Transaktion über die Blockchain-Technologie gesichert und validiert werden. Der Datenraum kann jederzeit reaktiviert und gegen einen eindeutigen Blockchain-Satz verifiziert werden. Dieses Verfahren bescheinigt die Authentizität und den Inhalt der Datenraumarchive und macht Schluss mit Bedenken im Zusammenhang mit DVDs und verlorenen Daten.

Fazit

Einerseits wurden Unabhängigkeit und Sicherheit im Zuge der großen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen des vergangenen Jahres beeinträchtigt, mit dem Ergebnis, dass eine neue Deutsch-Französische Partnerschaft entstanden ist, die diesen Anforderungen gerecht wird. Andererseits zeigen die Nutzung und die jüngsten Entwicklungen der Digitalisierung, dass diese einen höheren Reifegrad erreicht hat. Es gibt inzwischen ausreichend entwickelte Technologien, die die Anwendung künstlicher Intelligenz auch zwischen benachbarten Ländern wie Frankreich und Deutschland ermöglichen. 2020 könnte das Jahr sein, in dem die Digitalisierung in der Transaktion das Zeitalter der Vernunft erreicht hat und den beteiligten Akteure die Möglichkeit bietet, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen.