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Chancen und Herausforderungen von Executive Search in Life Sciences

23. März 2017 | Drooms Germany

Stephan B. Breitfeld ist Managing Director bei GenSearch. Wir haben ihn über die Herausforderungen beim Talent Search im Life Sciences Sektor befragt.


GenSearch

Stephan B. Breitfeld, Managing Director of GenSearch: Executive Search Experte für Life Sciences

Welche Trends werden die Life Sciences-Branche in den nächsten fünf Jahren beschäftigen?

In der Life Sciences-Branche gibt es viele Themen und Entwicklungen, die für uns relevant sind, weil sie sich immer auch auf das nachgefragte Personal auswirken. Im Moment ist sicherlich Companion Diagnostics ein wichtiges Thema mit allen seinen Facetten, ebenso wie die Potenziale von Biosimilars und natürlich die großen Bereiche Digitalisierung, Big Data und Datensicherheit. Vor dem Hintergrund der digitalen Revolution im Gesundheitssektor wird uns das noch lange und intensiv beschäftigen.

Was macht Executive Search in Life Sciences besonders?

Was diese Tätigkeit besonders macht, ist sicher die Vielfältigkeit der Positionen. Wir sprechen hier von einem Tätigkeitsbereich, der sich breitgefächert über Medical Device, Pharma und Biotechnology erstreckt. Wenn man alleine die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in diesen Branchen betrachtet ist klar: Langweilig wird es nicht! Es gab und gibt innerhalb dieser Branchen immer wieder auch kleine, sehr innovative Unternehmen mit sehr spannenden Produkten, zu deren Entwicklung wir beitragen dürfen. Wir müssen immer bereit sein, etwas Neues zu lernen!

Wie muss man sich so einen Executive Search Prozess vorstellen?

Es gibt keinen Lösungs-Algorithmus. Jeder Search ist anders und wird auch von uns individuell betrachtet und behandelt. Das oberste Gebot ist demnach also, die eigenen Prozesse immer wieder so anzupassen – auch während einer Suche – dass am Ende der Kunde mit dem Ergebnis zufrieden ist. Wir schlagen also nicht am Anfang das Handbuch auf und folgen den Schritten, sondern müssen, wie im Projekt-Management üblich, strategisch individuelle Lösungen aufbereiten.

Welcher Search-Verlauf führt zu einem optimalen Ergebnis?

Mit einer offenen und vertrauensvollen Kommunikation zwischen allen Beteiligten kommen die Search-Projekte zum optimalen Ergebnis. Dazu gehört ein schnelles Feedback von allen Beteiligten zu jedem Zeitpunkt des Projekts. Das ist deswegen so wichtig, weil sich Search-Projekte auch agil entwickeln (können müssen) und das Ergebnis entscheidend von dieser Flexibilität abhängt. Manchmal ist dem Kunden erst im späteren Verlauf des Searches bewusst, wen er eigentlich wirklich sucht. Wir haben diese Möglichkeit stets im Blick.

Auf wessen Seite stehen Sie?

Ich verstehe mich als Moderator zwischen allen Beteiligten auf der einen Seite und als Projektverantwortlicher für alle Abläufe und Prozesse innerhalb eines Searches auf der anderen Seite. Wichtig ist die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo sie gebraucht wird.

Gibt es bestimmte Kenntnisse oder Eigenschaften, nach denen Sie immer suchen?

Wenn es eine Eigenschaft gibt, die man eigentlich immer braucht, dann ist das sicher die Resilienz. Zu den heutigen Lebensläufen und zum Karrierealltag gehören das Bewältigen von Krisen und das damit verbundene Schaffen von neuen Ressourcen für die weitere persönliche Entwicklung. Das ist sicher etwas, nach dem wir immer suchen.

Hingegen rücken Fachkenntnisse und Fachwissen bei einem Aufsteigen auf der Karriereleiter im Tagesgeschäft immer weiter in den Hintergrund. Sicher ist eine gewisse Vertrautheit mit dem Produkt oder Forschungsgegenstand notwendig, doch je höher die Position desto wichtiger werden Kenntnisse der Prozesse und des Handlings sowie „Leadership-Qualitäten“.

Was macht für Sie einen erfolgreichen Search aus?

Aus unserer Sicht ist ein Search dann erfolgreich, wenn Kunden und Kandidaten am Ende zufrieden sind. Das ist wichtig, denn nur ein optimales Ergebnis für beide Seiten ist auch für GenSearch ein optimales Ergebnis. Die Zufriedenheit des Kandidaten kann sich z.B. durch eine vertrauensvolle Rückmeldung ausdrücken, wenn es zu unvorhergesehenen Problemen kommt. Die Kundenzufriedenheit drückt sich in der Regel durch Folgeaufträge aus.

Ein großer Bestandteil unserer Philosophie ist es, das so entstandene Netzwerk aus den verschieden Disziplinen zusammenzubringen. Hierzu nutzen wir unsere eigenen Fachveranstaltungen wie Life Science Talks & Dinner in Paris oder unser dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindende „Get-together“ am Vorabend der Bionnale in Berlin.

Wie können sich Kandidaten auf ein hochkarätiges Interview vorbereiten?

Das ist natürlich auch etwas individuell, sowohl hinsichtlich des Kunden, als auch des Kandidaten. Grundsätzlich kann er aber immer gute Laune mitbringen, einen offenen Kommunikationsstil pflegen, wissen, wann man zuhören muss und Fragen stellen, die den Schluss zulassen, dass eine Vorbereitung stattgefunden hat. Bei aller Vorbereitung sollte man jedoch auch darauf achten, keine Rolle zu spielen, sondern sich so zu präsentieren wie man auch ist.

 

Stephan B. Breitfeld ist als Managing Director bei GenSearch tätig, einer internationalen HR Services Consultancy mit besonderem Fokus auf Life Sciences. Mit über 16 Jahren Erfahrung in Executive Search für Life Science & Industrial verfügt er über weitreichende Kenntnisse in dieser Profession.